Roomba 880 von trnd.com

DSC04516

Das Erste und Wichtigste, was man über den Roomba 880 wissen sollte ist, dass er den normalen Staubsauger nicht ersetzt. Jedoch sorgt er dafür, dass man ihn nur noch selten benutzt. Ich wohne in einem Haushalt mit Kind und Haustieren und das Erste was gemacht wurde, wenn man von der Arbeit nach Hause kam war den Staubsauger aus der Kammer holen und die Fellreste, Katzenstreureste sowie den Dreck den das Kind mit rein gebracht hatte aufzusaugen. Bei unserer 90m ² Wohnung verstreicht natürlich einiges an Zeit, die man hätte anders nutzen können bzw. fehlt einem oft die Lust die Wohnung auf Vordermann zu bringen, wenn man einen harten Arbeitstag hinter sich hatte.

Diese Slideshow erfordert aktiviertes JavaScript.

Und hier kommt der Roomba 880 ins Spiel. Einmal programmiert oder eingeschaltet verrichtet er seine Arbeit autonom und fährt von Raum zu Raum (dank der Lighthouses) bis alles sauber ist.

Am Anfang stand ich noch sehr skeptisch einem Saugroboter gegenüber, da mich auch der sehr hohe Preis etwas abschreckte. Als ich dann aber die Reinigungsleistung dieses kleinen Gehilfen sah und vor allem was ich für eine Zeit durch ihn sparte, war ich restlos überzeugt. Während Roomba die Wohnung saugt kann ich schon das Essen kochen oder mich einfach um wichtigere Dinge kümmern, als ums Saugen.

Im Folgenden gehe ich nun näher auf die einzelnen Eigenschaften des Roomba 880 ein und versuche so einen kleinen Überblick über seine Fertigkeiten, seine Feinheiten sowie die Vor- und Nachteile zu verschaffen. Dabei beschränke ich mich auf die Informationen die evtl. nicht sofort durch das Lesen der normalen Produktbeschreibung ersichtlich sind.

Vorbereitungen:
Der Gedanke den Roomba in sein trautes Heim zu stellen und ihn lossaugen zu lassen klingt zwar gut, allerdings sollte man sich davon schnell verabschieden. Es bedarf einige Vorbereitungen bevor der Roomba ungehindert, ohne abzubrechen und mit optimaler Reinigungsleistung durch die Räume flitzen kann. Dazu gehört erst einmal, dass man gründlich aufräumt und sensible Gegenstände zur Seite packt (dazu zählen zerbrechliche Gegenstände sowie Trink- und Futternäpfe). Kabel sollten gut versteckt bzw. verlegt werden, auch wenn sich der Roomba dank seiner Anti-Tangle-Technologie nicht darin verfängt, zieht er diese doch gerne hinter sich her bzw. schaltet an den Stellen an denen Kabel liegen seine Bürsten aus – was wiederrum zu keiner vernünftigen Reinigung führt. Die ersten Testläufe sollten immer unter Aufsicht erfolgen, damit kritische Bereiche gefunden und beseitig werden können. So fährt sich der Roomba z.B. gerne an einer Sofakante fest, klettert erhöhte Bereiche hoch von denen er nicht wieder runter kommt (waagerechte Stuhlbeine) oder bleibt unter einer normal hängenden Toilette stecken. Alle Möbel unter denen Roomba hindurchfahren muss oder soll, sollten mindestens 10cm Bodenfreiheit haben. Ein großer Vorteil der Roomba Benutzung ist, dass es allgemein viel aufgeräumter in der Wohnung wirkt, da man automatisch herumliegende Sachen aufhebt/wegräumt etc. damit Roomba besser arbeiten kann.

Handhabung:
Der Roomba 880 kann entweder über seine Zeitplanung, mit der sich 7 Arbeitszeiten pro Woche programmieren lassen oder einfach über Knopfdruck gestartet werden. Es liegt noch eine Fernbedienung bei, die jedoch meiner Meinung nach total überflüssig ist. Der Roomba hat einen Tragegriff. Das heißt also: Hochheben, an die gewünschte Stelle tragen, absetzen und den Knopf drücken – fertig!

Untergründe:
Der Roomba 880 ist für alle Arten von Hartböden sowie niedrigflorigen Teppichen geeignet. Wer hochflorige Teppiche besitzt muss damit rechnen, dass diese nicht gesaugt, sondern als Hindernis gesehen werden. Auch wenn man ihn darauf setzt, versucht er nur, sich nicht in den langen Teppichfasern zu verfangen und kommt kaum vorwärts.

Reinigungsleistung:
Dank der neuen AeroForce genannten Technologie, welche die gewohnten Bürsten der Saugroboter durch eine Art gummierter Walzen ersetzt – der Verbesserung des Luftstroms um die Schmutzpartikel aufzusaugen – sowie der Erhöhung der Saugkraft erreicht der Roomba eine beachtliche Reinigungsleistung die sich vor keinem normalen Staubsauger verstecken muss. Schmutz, Haare und Staub sind kein Problem und werden einfach aufgesaugt. Selbst wenn man den Roomba in einer vermeintlich sauberen Wohnung arbeiten lässt, sieht man erst einmal im Schmutzbehälter was alles an Schmutz und Dreck noch herumlag. Durch seine seitlich angebrachte, rotierende Bürste erreicht der Roomba auch schwer zugängliche Stellen wie Fußleisten, Tischbeine, Stuhlbeine etc.

Leider kommt er, bedingt durch seine Bauform, nicht ganz in die Raumecken hinein und so bleibt dort der Schmutz leider liegen. Weiterhin sollten kleine Läufer oder Teppiche mit Anti-Rutsch-Matten befestigt werden, da diese sonst nicht überfahren, sondern einfach nur weggeschoben werden.
Weiterhin zu erwähnen ist, dass die Abluft des Roomba relativ gering ist und somit wenig Staubpartikel aufwirbelt.

Navigation:
Auch wenn Roomba 880 durch sein chaotisches Reinigungskonzept zuerst aussieht als wüsste er nicht was er tut, erreicht er doch jede Stelle des Bodens mehrfach. Anfangs suchte ich noch nach ungereinigten Stellen, nur um kurz danach zusehen wie Roomba diese dann doch überfuhr. Dank der Virtual Wall bzw. Lighthouse kann der Roomba auf einen bestimmten Bereich beschränkt werden oder von Raum zu Raum navigieren. Die Positionierung der Lighthouses ist jedoch nicht so einfach und es braucht einige Reinigungszyklen bis man die optimalen Stellen dafür gefunden hat. Jedoch kommt es, zumindest bei mir immer wieder vor, dass der Roomba die Lighthouses ignoriert, den Raum einfach nicht verlässt oder seine HomeBase nicht mehr wieder findet. An einer Optimierung und Fehlersuche arbeite ich zurzeit noch.

Der Roomba 880 hat zwar einen gummierten Stoßdämpfer an der Front und bremst auch ab und wird langsamer wenn er ein Hindernis erkennt, andererseits werden dünne, stark spiegelnde und durchsichtige (Glas) Objekte nicht erkannt und Roomba fährt mit voller Kraft dagegen. Bei sehr empfindlichen Einrichtungsgegenständen sollte man dies beachten.

Lautstärke:
Der Roomba ist nicht laut – auf keinen Fall so laut wie ein normaler Staubsauger – aber ein Leisetreter ist er auch nicht. Unterhaltungen im selben Raum sind ohne Probleme möglich, auf Dauer aber anstrengend. Auch TV schauen im selben Raum ist nur mit sehr stark erhöhter Lautstärke akzeptabel. Ist der Roomba jedoch in einem Nebenraum, bekommt man von ihm fast nichts mit.

Wartung:
Je nach Beanspruchung des Roomba 880 sollte dieser in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Dazu gehört das entleeren des Schmutzbehälters, das reinigen des HEPA Filters, das Säubern der Laufräder und Bürsten sowie die Pflege der verschiedenen Sensoren. Das hört sich im ersten Moment zwar Zeitintensiv und schwierig an ist aber schnell gemacht und idiotensicher erledigt. Die einzelnen Bauteile sind farblich sowie mechanisch codiert so dass nichts falsch zusammen gebaut werden kann. Gegenüber den Vorgängermodellen sind die Bauteile besser gekapselt und Schmutz kann weniger bis kaum mehr in kritische Stellen wie Lager der Laufräder etc. gelangen.
Alles in allem benötigt man für eine Wartung keine 5 Minuten.

Akkuleistung:
Der Roomba saugt gut und gerne 2 – 2 ½ Stunden am Stück bevor er wieder in seine Ladestation möchte. Das reicht für eine große Wohnung mehr als aus. Man rechnet ca. 25 Minuten (Lighthouse Beschränkung) pro Zimmer.

Folgekosten:
Man sollte meinen, bei so einem stolzen Preis würden keine Folgekosten auf einen zu kommen aber auch der Roomba 880 ist davor nicht verschont. HEPA Filter, Schmutzextraktoren sowie Seitenbürste müssen bzw. sollten in bestimmten Abständen erneuert werden um eine optimale Reinigungsleistung zu gewährleisten. Der Akku wird mit der Zeit an Kapazität verlieren, was eine geringere Laufzeit zur Folge haben wird. Die Lighthouse / Virtual Walls schalten zwar nach Betrieb automatisch wieder ab aber auch diese werden mit Batterien betrieben die irgendwann ersetzt werden müssen.

FAZIT:
Wer den hohen Anschaffungspreis nicht scheut und bereit ist, sich auf die Thematik des Saugroboters einzulassen, der wird mit einer Menge Freizeit belohnt. Gerade Besitzer mit Tieren werden sich freuen, dass Roomba ihnen eine Menge Arbeit abnimmt. Ich persönlich nehme den normalen Staubsauger nur noch 1-2-mal im Monat in die Hand um einige kritische Stellen gründlich zu reinigen. Die gesamte Wohnung wirkt immer sauber, da Roomba täglich seine Arbeit verrichtet. Und unter uns, wer saugt schon regelmäßig unterm Sofa? … Roomba tut es!

FacebookWhatsAppShare it!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>